Europäisches Institut für Menschenrechte
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Richtiges Verhalten bei einer Hausdurchsuchung

hausdurchsuchung-checkliste

Die nachfolgenden Tipps und Ratschläge sollten Sie bei einer Durchsuchung unbedingt beachten!

 

1. Bewahren Sie Ruhe!

 

Auch wenn eine Durchsuchung stets unangenehm ist, sollten Sie Ruhe bewahren und überlegt handeln. Sie sind lediglich dazu verpflichtet, die Maßnahme zu dulden. Eine Mitwirkungspflicht besteht nicht! Ebenso besteht auch keine Pflicht Auskünfte zu erteilen!

 

2. Aushändigung des Durchsuchungsbeschlusses

 

Lassen Sie sich eine Ausfertigung des Durchsuchungsbeschlusses aushändigen und fertigen Sie ggf. Kopien davon. Notieren Sie sich die Namen der beteiligten Ermittlungsbeamten – insbesondere des Einsatzleiters bzw. des Staatsanwalts – und lassen Sie sich deren Dienstausweise zeigen.

 

3. Kontaktieren Sie einen Strafverteidiger!

 

Sie haben jederzeit das Recht, einen Verteidiger zu kontaktieren und sich beraten zu lassen. Bestehen Sie auf die Ausübung dieses Recht! Sie sollten den Kontakt zu einem Verteidiger möglichst zu Beginn der Durchsuchung aufnehmen, damit dieser an der Maßnahme möglichst persönlich teilnehmen und diese überwachen kann. Die Erfahrung zeigt, dass die Ermittlungsbeamten nach Rücksprache mit dem Verteidiger oftmals bereit sind, mit dem Beginn der Durchsuchung bis zu dessen Eintreffen abzuwarten. 

 

4. Durchsuchungszeugen hinzuziehen

 

Wenn die Ermittlungsbeamten nicht auf das Eintreffen eines Strafverteidigers warten wollen oder können, sollten Sie unbedingt versuchen eine Person Ihres Vertrauens als Durchsuchungszeugen hinzuzuziehen.

 

5. Schweigen Sie!

 

Findet die Durchsuchung bei Ihnen als Beschuldigter / Beschuldigtem statt, haben Sie das Recht, zu den Tatvorwürfen zu schweigen. Machen Sie von diesem Schweigerecht unbedingt Gebrauch! Oftmals werden die anwesenden Ermittlungsbeamten versuchen, eine „informatorische Befragung“ durchzuführen. Lassen Sie sich auf keinen Fall auf solche Unterhaltungen ein! Sie dürfen (im Falle einer Durchsuchung bei einem Unternehmen) auch Mitarbeitern raten, keine Auskünfte zu erteilen.

 

6. Kopien wichtiger Unterlagen

 

Sie sollten mit den Ermittlungsbeamten erörtern, dass Sie sich von wichtigen Unterlagen, welche beschlagnahmt werden sollen, Kopien erstellen dürfen oder man Ihnen Kopien zur Verfügung stellt. Dies ist insbesondere bei laufenden Buchhaltungsunterlagen oder solchen Unterlagen sinnvoll, auf die man ständig zurückgreifen muss.

 

7. Aushändigung des Sicherstellungsprotokolls

 

Wenn die Ermittlungsbeamten Unterlagen oder andere Beweismittel sicherstellen bzw. beschlagnahmen, lassen Sie sich unbedingt das Protokoll aushändigen, in dem die sichergestellten Gegenstände aufgeführt worden sind.

 

8. Widerspruch gegen die Beschlagnahme

 

Sie sollten der Beschlagnahme von Unterlagen und anderen Beweismitteln in jedem Fall widersprechen. In diesem Fall muss ein Richter über die Beschlagnahme entscheiden. Im Zweifel sollten Sie das Durchsuchungsprotokoll nicht unterschreiben. 

 

 

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